Montag, 7. März 2016

Erste Erfahrungen mit dem Luftkollektor

Da bläst er! Der Luftkollektor (siehe "Mit Warmluftkollektoren gegen Schimmel) hängt seit Mitte Januar an der Wand unseres Ferienhauses in Ligurien und tut in unserer Abwesenheit, was er tun soll, nämlich die Hütte belüften, entfeuchten und heizen. So zumindest die Hoffnung.
Alles nur, wenn die Sonne scheint, versteht sich. Wir staunen, als das Gerät geliefert wird: Doch so groß! Die Spedition will 700 Euro für den Transport. Da sitzen wir lieber im Auto hintereinander. Die große Kiste unterzubringen, ist Millimeterarbeit. Beim Bremsen und in Kurven schaltet das Paket zwischendurch selbstätig die Heizung hoch und die Warnblinkanlage an, so knapp ist der Platz.


Transport über die Alpen bei gräßlichem Schneetreiben
Da soll er - muss er - hin. Es gibt keinen anderen sinnvollen Platz

Vito und Kollege bohren ein 12 cm Loch - zu klein. Es muss nachgebessert werden

Das mitgelieferte Alu-Flexrohr passt doch, man muß es nur auseinanderziehen

Vito, der Maurer, hat natürlich für die Kernbohrung nicht das nötige Gerät, kennt aber jemanden. Mit vereinten Kräften bringen sie den Luftkollektor in knapp drei Stunden an. Es ist ein strahlender Tag, und schon während der Montage fängt der SolarVenti an zu brummen und das, obwohl die Schutzfolie noch auf dem Kollektor klebt.

Weil wir uns vermessen haben, rückt das Gerätsehr nahe an das Fallrohr

Der Lufteinlass innen. Erster Test 33° und steigend, 33% Luftfeuchtigkeit

Bevor die Sonne hinter den Olivenbäumen verschwindet, steigt das Thermometer am Lufteinlaß im Haus auf 36 Grad, das Hygrometer zeigt 31% an. Die Luft, die rein kommt, ist also ordentlich warm und sehr trocken. Außentemperatur 12 Grad. Wir sind begeistert.

Weil wir noch eine Weihnachtsedition ergattert haben, liegt dem Luftkollektor ein Netzteil und eine Zeitschaltuhr bei, die auch ein Laie problemlos anschließen kann, wie überhaupt die Inbetriebnahme keine Hexerei ist. Scheint die Sonne nicht, bläst der SolarVenti dank dem Strom aus der Steckdose trotzdem.

Das einfach gehaltene Steuergerät
Hier die Zusammenfassung der ersten Erfahrungen: Das Gerät ist sehr ordentlich verpackt, sauber verarbeitet (hergestellt in Dänemark) und macht einen wertigen Eindruck. Das Raumklima hat sich verbessert, es kommt eben mehr Frischluft ins Haus. Tagsüber haben wir überhaupt nicht mehr geheizt, wenn die Sonne schien. Der Ofen brennt besser und die Wärme wird gleichmäßiger verteilt, wenn man abends mal über das Netzteil die Lüftung einschaltet. Die Luftfeuchtigkeit lag bei 50%.

Wir haben das Gerät so eingestellt, daß es bei Sonne auf voller Umdrehung bläst und zusätzlich eine Stunde täglich von 16 - 17 Uhr mit Strom (das dann auch wenn´s regnet, aber dann tritt hoffentlich die Feuchtigkeitssperre in Aktion). Wie der Langzeit-Effekt bei geschlossenen Schlagläden und einem gekippten Fenster in der oberen Etage ist, wird sich jetzt zu Ostern zeigen. Mehr dann.

Kommentare:

  1. Ciao Sandra ich bin auch gespannt möchte aber auch meine Frage wiederholen: Wo und wie kann die feuchte Luft entweichen?
    Habt ihr ein weiteres Loch dafür gebohrt?
    Saluti Carlo

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  2. Jedes Fenster hat Lüftungsöffnungen, Türen ebenso.
    Eine "totale" Dichtheit, so dass kein Übderdruck entweichen könnte, gibt es nicht.
    M.M. müsste ein permanenter Lüfter (Kleinraumlüfter, z.B. Bad) zur Entfeuchtung ausreichend sein. Verbrauch ca. 3 Watt, im Dauerlauf also 3kW in 1000h ;-)

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  3. Techniklose Lüftung
    Nach einem halben Jahr dem Ligurischen Klima schonungslos ausgeliefert zeigen sich Haus und Keller davon unbeeindruckt, reagieren weder mit schlechter Luft, Feuchtigkeit oder gar Schimmel!
    Je ein gekipptes Fenster im Norden bzw. Süden, je ein Luftloch auf beiden Seiten von etwa 20 cm im Keller sind die einfache Lösung.

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