Dienstag, 1. März 2016

Abgesang auf die Nudelfabrik Agnesi

Logo der Nudelmarke Agnesi
Bitter. In Imperia geht am letzten Tag des Jahres 2016 eine Ära zu Ende. Die Nudelfabrik Agnesi, im Besitz der Gruppo Colussi, schließt ihre Pforten. Die Produktion wird nach Fossano verlegt. Nur für die Fachkräfte unter den 103 Mitarbeitern besteht die Aussicht auf eine Weiterbeschäftigung.
Der Niedergang hat sich seit Jahren abgezeichnet, aber alle Opfer der Arbeiter - von Lohnverzicht über Kurzarbeit zu Zwangsurlaub - waren letztlich umsonst.

Ein Hoffnungsschimmer am Horizont, wenn auch vage und nur für eine geringe Anzahl von Mitarbeitern: Die Produktion von Nudelsoßen und frische Teigwaren. Womöglich an einem anderen Stadort, in Caramagna. So recht glaubt niemand daran.

Was aus der riesigen Fabrikanlage im Herzen des Stadtteils Oneglia wird, zeichnet sich schon ab. Gleich dahinter, jenseits des Flusses Impero, liegt das Gelände der ehemaligen Eisenhütte mit ihren charakteristischen Schornsteinen, eine Industriebrache in bester Lage. Dort plant die Stadt mit der Gruppo Colussi seit einigen Jahren das Prestige-Objekt Porta del Mare: Ein Geschäftskomplex mit 14 Läden, einer Bar und einem Restaurant, zwei Kinos, einem Hotel und rund 100 Wohnungen, dazu 800 Parkplätze.

Von diesem Konzept ist Colussi inzwischen abgerückt. Es sollen mehr Luxus-Apartments entstehen mit Vista Mare. Auf dem Werksgelände wäre zusätzlich noch reichlich Platz dafür. Die Stadt ist dabei einzuknicken.

Nudeln von Agnesi, eine der ältesten Pasta-Marke Italiens, wird es weiter geben, heißt es. Schon jetzt sind sie jedoch aus den Läden Imperias so gut wie verschwunden.

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