Donnerstag, 17. Dezember 2015

Mit Warmluftkollektoren gegen Schimmel

Viele, die ein Haus in Ligurien haben, fürchten den Moment, wenn sich im Frühjahr die Schlagläden öffnen und die Winterschäden ans Licht kommen. Schnell und schlampig gebaut, schlecht oder gar nicht isoliert, über Monate nicht gelüftet ... an den Kältebrücken, speziell an den Türen, bröselt die Farbe von der Wand, in den Schränken blüht der Schimmel ... Nach der Regenzeit ein scheinbar universelles Problem.

 Ein Fenster offen zu lassen, hilft nur bedingt. Luftfeuchtigkeit und Temperatur drinnen und draußen gleichen sich einfach an. Doch es gibt scheinbar einen genial einfachen Weg, Abhilfe zu schaffen: Warmluftkollektoren, die mit Hilfe solar erwärmter Luft das Haus belüften, erwärmen und dabei entfeuchten.

Sonne gibt es in Ligurien ja im Winter an vielen Tagen und ganz umsonst. Die frische Außenluft wird angesaugt, im Kollektor von der Sonne erhitzt und von einem Ventilator, der über eine kleine Solarzelle Strom bezieht, ins Haus geblasen. Ideal ist dafür eine Südwand. Das nötige Loch in die Mauer zuschlagen  - Durchmesser etwa 12,5 cm - dürfte in alten ligurischen Steinhäusern das größte Problem darstellen. Je nach Fläche des Kollektors erwärmt sich die Außenluft um bis zu 30 Grad.

Es gibt mehrere Firmen, die auf Luftkollektoren spezialisiert sind. Die bekannteste ist Solarventi, ein dänisches Unternehmen. Man kann sich seinen Luftkollektor aber auch kostenkünstig selber bauen. Etwa mit Bierdosen als Absorbermaterial oder schwarzen Jalousien. Dazu ein isolierter Holzrahmen, eine 12V-Solarzelle um den alten PC-Lüfter anzutreiben, eine Glasplatte - dann kann es losgehen. Auf den Youtube-Videos sieht es jedenfalls recht einfach aus. Etwas für Bastler und Sparfüchse. Einfach mal "Luftkollektor selber bauen" googeln.

So weit die Theorie. Wir sind wild entschlossen, einen Luftkollektor anzuschaffen. Die Erfahrungen damit werden demnächst auf mondoligure veröffentlicht.

Siehe Folgeartikel Erste Erfahrungen mit dem Luftkollektor

Kommentare:

  1. Interessante Lösung, aber auch bei SV7 muss die Luft, die ausgetauscht werden soll, irgendwo raus, wohl bei einem zweiten Loch z.B. auf der Nordseite?
    500 € oder mehr setzen weder Wärme- noch Srömungslehre außer Kraft.
    Weitere Kommentare würden mich freuen.
    Carlo

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  2. Es heißt, die normale Undichtigkeit eines Hauses reicht für den Luftaustausch. Und ich kenne kein Haus in Ligurien, das völlig dicht ist.

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  3. Unser Haus (Baujahr 2008) hat SolarLuftkollektoren von Grammer-Solar (bayerische Firma aus Amberg) auf dem Dach und wir sind begeistert. Die Solarluft vermeidet nicht nur Schimmel sondern funktioniert auch als Luftheizung recht gut (wir haben Luftauslässe in jedem Zimmer). Das Haus wird im Winter bei Ankunft einfach schneller warm. Eine zusätzliche Heizquelle (Holzofen) ist allerdings nötig, v.a. wenn es drei Tage hintereinander regnet. Aber: Die Lüftung läuft sogar bei bedecktem Himmel und ist quasi wartungsfrei (einmal im Jahr Filterwechsel).

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  4. Ein Rustico im Centro Storico schimmel- und geruchsfrei lüften, diese Aufgabe stellt sich für viele Besitzer:
    Wenn man auf der Süd- und Nordseite jeweils ein Fenster kippt und alle Türen offenlässt, erreicht man eine Luftströmung,
    die beide Unannehmlichkeiten verhindert.
    Selbst bei Kellerräumen, einmalig auf der West- bzw. Ostseite mit einem Mauerloch von etwa 20 cm versehen, erzielt
    man eine ausreichende Strömung und damit so gute Raumluftbedingungen, dass man die Kellerräume als Wohnräume benutzen könnte.
    Im Wohnbereich hat man automatisch eine weitere Entlüftung über den Kamin und eine vorgeschriebene Öffnung in der Küche bei Gasnutzung.

    Das Warmluftkollektorenbeispiel von Sandra Ross erfordert m.E. eine 2. Maueröffnung für eine effiziente Lüftung und schafft
    sich damit quasi selber ab. Die Lösung von Frau Hohenberger ist eine sehr elegante und effiziente (Investitionshöhe?) aber
    im Centro Storico im Allgemeinen sicher nicht genehmigungsfähig.

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