Montag, 27. April 2015

Giro-Auftakt: Traum und Alptraum

Die alte Bahnstrecke, heute Radweg
Die ersten vier Etappen des 98. Giro d`Italia rücken 2015 Ligurien in den Blickpunkt der Radsport-Welt. Die Pista Ciclabile ist am 9. Mai Schauplatz des Auftakts zur großen Italienschleife mit einem Mannschaftszeitfahren von San
Lorenzo al Mare nach Sanremo (17,6 km).  Zum ersten Mal findet damit eine Etappe des Giro auf einem Radweg statt. Für die Organisatoren und Sicherheitskräfte ein Alptraum.

Es gilt sowohl Fahrer als auch Fans zu schützen. Immerhin erreichen die Radprofis beim Rennen gegen die Uhr Geschwindigkeiten von bis zu 52kmh. Rechts die Blumen-Rabatten und links das Meer: Für die Tifosi, die sonst beim Zeitfahren Spalier bilden um ihre Favoriten anzufeuern, wäre an der Radpiste ohnehin kaum Platz. Also werden sie aus Sicherheitsgründen von vorneherein ausgesperrt. Aber es gibt Hunderte von Zugängen zur Piste, darunter viele versteckte Trampelpfade. Wie soll man verhindern, daß Fans und Selbstdarsteller unkontrolliert an die Strecke strömen? Alle Schlupflöcher werden rechtzeitig dicht gemacht, versprechen die Verwantwortlichen.

Keine Menschenmassen, keine Fahnen ... Umso spektakulärer werden die Bilder sein, die das Fernsehen überträgt, unbezahlbare Werbung für den schönsten Radweg am Mittelmeer.

Am 9. Mai geht erwartungsgemäß auf der Via Aurelia zwischen San Lorenzo und Sanremo nichts mehr. Ab Mitternacht am Freitag (8.5.) erfolgt eine 24-stündige Totalsperre, um die kontrollierte Ankunft und Abfahrt der Versorgungsfahrzeuge und die Durchfahrt der Ambulanzen zu gewährleisten. Wer dann noch Richtung Ventimiglia oder Genua unterwegs ist, muß auf die Autobahn ausweichen, oder den Zug nehmen. Für den örtlichen Verkehr wird es eine ausgeschilderte Umleitung über Cipressa geben. An der Q8-Tankstelle halten am Samstag (9.5.) zwischen 12 und 18 Uhr Shuttle-Busse von Riviera Trasporti, die Fans und Touristen nach Ponticelli bringen, kurz vor San Lorenzo.

Gleichzeitig verwandelt sich die dann autoleere Hauptverkehrsader an der Küste in eine natürliche Zuschauer-Tribüne, denn von vielen Punkten entlang der alten Römerstraße kann man direkt auf die Radlpiste runterblicken. Der Giro-Auftakt findet also nicht ganz ohne Publikum statt. Nur schade, daß die ersten 1,7 Kilometer durch einen Tunnel führen. Da ist dann wirklich nur das Fernsehen dabei.

Noch am Abend fährt der Tross nach Albenga, wo am Sonntag der eigentliche Giro losgeht.  Ziel: Genua. Es folgen die Etappen Rapallo - Sestri Levante durch das Valtrebbia und Val Fontanabuona (11. Mai) und schließlich Chiavari - La Spezia (12. Mai). Dann verabscheidet sich der Giro Richtung Toskana und Ligurien atmet durch.

Links zum Thema
Alle Etappen des Giro d ' Italia
Offizielle Website

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Sie können Ihren richtigen Namen oder nur Ihre Initialen verwenden,
oder sich einen Phantasienamen geben. Machen Sie bei "Ich bin kein Roboter" ein Häkchen, das vermeidet Spam