Samstag, 3. Januar 2015

Dem Seegras den Kampf angesagt

Die Winterstürme hinterlassen an den Stränden Liguriens regelmäßig tonnenweise Biomasse, abgestorbene Blätter von Posidonia, einem gerne, aber irrtümlich für eine Alge gehaltenen Seegras. Die
unansehnlichen, stinkenden Haufen sind ein mit den wechselnden Winden
wiederkehrendes Ärgernis für die Gemeinden, die vom Badetourismus leben.

Zwar sind die Unterwasserwiesen aus „Neptungras“, so die landläufige Bezeichnung, von großer Bedeutung für das Öko-System Meer und ihr Vorkommen ein Indikator für hohe Wassergüte, doch keiner will letzendlich ihre sterblichen Überreste haben, besonders nicht in der Hochsaison.

Früher wurde das regelmäßig rund ums Mittelmeer auftretende Phänomen wirtschaftlich genutzt. Man stopfte Matratzen mit getrocknetem Neptungras aus, deckte Dächer damit, verwendete es als Dämm- und Schallschutzmaterial und als Dünger in der Landwirtschaft.

Heute ist die Hinterlassenschaft des Meeres nur noch Abfall, der Kosten verursacht, im Fall von Santo Stefano al Mare bis zu 200.000 Euro im Jahr. Wenn Winde und Strömung günstig sind, erledigt sich das Problem manchmal von selbst. Die Haufen verschwinden über Nacht, meist aber nur, um an anderer Stelle wiederaufzutauchen.

Darauf will man sich in Santo Stefano nicht verlassen und setzt auf ein innovatives Abfangsystem. Ein im Boden verankertes Netz soll verhindern, daß die Biomasse an Land gespült wird. Die Kosten von 45.500 Euro könnten sich schnell bezahlt machen.

Eile tut Not, denn nur bis Anfang Mai dürfen an den Stränden Arbeiten ausgeführt werden.