Donnerstag, 7. November 2013

Wir sind angekommen!

Von Calabrone Unser erstes Haus in Ligurien war eine baufällige Ölmühle gleich hinter Porto Maurizio mit einem Riesengrundstück am Bach. Über Jahre hinweg wurde sie von mir und vielen lieben Freunden aus Deutschland aufwendig restauriert. Die umliegenden
Nachbarn beäugten uns wie Exoten, weil wir selbst am Wochenende die Mischmaschine rattern ließen. Außer einem Buon Giorno ab und an hatten wir keinen Kontakt zu den Eingeborenen ...

Als wir dann einmal für ein paar Wochen in Deutschland waren, interessierte deshalb auch keinen, dass vor dem Tor zu unserem Haus ständig eine Pfütze stand. Eine Leitung war durchgerostet. 7000,00 Mark betrug am Ende die Rechnung der AMAT.

In dem Dorf, in dem wir unser neues Nest eingerichtet haben, besitzen viele deutsche Familien bereits seit den siebziger Jahren Eigentum. Schnell ergaben sich erste Kontakte. Kurz nachdem wir eingezogen waren, sprach mich ein netter Mann Ende 30 an. Wir sind auch vor kurzem hier gleich um die Ecke eingezogen, kommen ursprünglich aus Milano. Vielleicht können wir uns ja mal auf einen Drink, oder ein Abendessen in unserem Haus treffen. Oh ja, gern. Haben Sie Kinder und Ihre Frau….. frage ich. Keine Kinder, nur zwei Hunde und drei Katzen und meine Frau ist ein Mann und wiegt 80 Kilo. Wir sehen uns dann also am Samstag um 20.00 Uhr ...…

Mittlerweile brauchen wir für die 100 Meter zum Zeitungsladen meist eine halbe Stunde, weil wir uns mit den Einheimischen über das Wetter, die Hunde oder, was so in der Nachbarschaft passiert, unterhalten. Die Nachbarin von gegenüber, oder auch ihr Mann klingeln häufig während der Erntezeit bei und und schenken uns Tüten voller Fleischtomaten, Feigen, Zwiebeln und Zitronen, alles Bio betonen sie ...

Soviel, dass wir einen Teil davon weitergeben, mitunter steht auch mal eine große Flasche Rotwein vor unserer Haustür. So kam die beste aller meiner Ehefrauen auch in den Genuss von selbst gesammelten und zubereiteten Schnecken.

Letztes Jahr hat uns ein anderer Dorfbewohner seine kompletten Restbestände an selbstgekeltertem Vermentino geschenkt. Er dürfe laut Hausarzt keinen Wein mehr trinken und wir Deutschen lieben doch Wein, er trinkt jetzt nur noch Bier. Als Dankeschön bekam er von uns einen bemalten Bierkrug mit Deckel vom Tegernsee.

Weihnachten werden wir mit kleinen Geschenken bedacht und Sylvester gibt es um Mitternacht. von einer Familie Zampone mit Linsen Als mal der Rettungswagen im Dorf nach meiner Adresse fragte kamen alle, um sich nach meinem Befinden zu erkundigen.

Gestern Abend stand Vittoria wieder vor der Tür … Kastanien von unserem Grundstück im Piemont.

Wir sind angekommen!!!!!!!