Mittwoch, 30. Oktober 2013

Palmensterben: Rüssler auf dem Vormarsch

Sie bieten keinen schönen Anblick, die geköpften Palmen an der Hafenpromenade von Sanremo. Die meisten werden bald ganz verschwinden. Ein massiver Befall mit dem gefürchteten roten Palmenrüssler machte den radikale
Eingriff nötig. Insgesamt stehen im Stadtgebiet rund 50 Palmen, die infiziert sind, viele davon in privaten Gärten. Gerade jetzt erreicht der Lebenszyklus des „punteruolo rosso“ seinen Höhepunkt. Die Larven des Parasiten schlüpfen und suchen sich einen neuen Wirt. Es muss sofort gehandelt werden.

Die hohen Kosten - 500 Euro für eine Behandlung, 1000 Euro, wenn die Palme gefällt werden muss – lassen viele Eigentümer zögern. Inzwischen denkt man im Gartenbauamt über Zwangsmaßnahmen nach.

Auch in Genua ist der Rüssler jetzt erstmals nachgewiesen worden, und zwar in Castelletto. Erst hieß es, ein Pilzbefall hätte die Pflanze innerhalb von drei Tagen absterben lassen. Untersuchung belegten aber zweifelsfrei, dass der Punteruolo Rosso im Spiel war. Ein isolierter Fall – bis jetzt. Aber die Ausbreitung des ursprünglich aus Asien stammenden Palmenkillers schreitet fort.

Als er Santa Marguerita Ligure erreichte, wußte man, dass er früher oder später seinen Weg nach Genua finden würde. Die Stadt hat mit den Palmenalleen am Porto Antico und auf dem Corso Italia bis hin zu der Viale delle Palme in Nervi viel an Charakter zu verlieren.

Ein Dekret vom 13. Februar 2008 regelt, wie vorzugehen ist, wenn ein Befall mit dem Roten Rüssler festgestellt wird. Der Baum muss innerhalb von 24 Stunden gefällt, das Holz zerkleinert und auf die Mülldeponie gebracht werden, denn verbrennen darf man es nicht. Chirurgische Rettungsversuche – wie jüngst in Sanremo – sind eher experimenteller Natur. Ein Heilmittel ist bisher nicht gefunden.