Freitag, 5. April 2013

Baummonument: Ja, er lebt noch!

Kürzlich rückten die Baumdoktoren des Corpo Forestale aus und unterzogen den ältesten Olivenbaum der Blumenriviera einem Check-up. Obwohl geschätzte 700 bis 800 Jahre alt, ist das Exemplar kerngesund. Es wächst und
gedeiht auf Privatgrund oberhalb von Sanremo, in einer Linkskurve an der Straße, die hinauf nach Poggio
führt. Die Radrennfahrer des Klassikers Mailand – Sanremo rauschen jedes Jahr im März achtlos an ihm vorbei. Älter ist in Ligurien wohl nur eine Cypresse, die bei Vernazza (La Spezia) steht. Sie soll über 800 Jahre alt sein.

Man erzählt sich, dass der Baumgigant von Sanremo vor der Errichtung des Leuchtturms von Capo Verde den Fischer draußen auf dem Meer als Orientierungspunkt diente.

Dieser Taggiasca-Olivenbaum muss eine der ersten gewesen sein, die im frühen Mittelalter in der Region gepflanzt wurde und ist deshalb von großer historischer und botanischer Bedeutung. Der Baum wurde diesmal nur leicht gedüngt und ansonsten in Ruhe gelassen. Jeder Eingriff birgt die Gefahr von Pilzbefall. Die Experten haben sogenannte „Absenker“ mit Erde bedeckt. Wenn alles gut geht, werden im Herbst kleine Klone des Baumriesen angewurzelt sein, die dann ein eigenes Leben führen können.

Einer der Ableger soll zusammen mit vielen anderen Abkömmlingen monumentaler Bäume Italiens in einem „orto botanico“ in der Emilia Romagna seinen Platz finden.

Wer alle Baummonumente der Gegend abklappern will, muss sich Zeit nehmen. In der Provinz Imperia sind es immerhin 30 an der Zahl. Eine etwa 650 Jahre alte Esskastanie steht in Ceriana. Mehrere bis zu 350 Jahre alte Flaumeichen findet man auf dem Gebiet der Gemeinde Borgomaro, eine rund 300 Jahre alte Lärche steht in Triora, eine 400 Jahre alte Steineiche in Castellaro. Aber auch Exoten wie Araucarien aus Chile sind schon lange hier beheimatet. Ein 128 Jahre altes Exemplar findet man bei Ventimiglia. 177 Jahre alt ist der ursprünglich aus Australien stammende Nesselbaum, der in Diano Arentino wächst.
In der Suchmaschine des agriligurianet findet man jeweils nähere Angaben zu den botanischen Monumenten und häufig eine genaue Anfahrtsbeschreibung.