Samstag, 17. März 2012

Katzenleben: Erbärmlich aber frei

Ein besonderes Kater-Exemplar (Copyright: Anna Höland)
Im Stadtgebiet von Genua gibt es 4240 freilebende Katzen. Die Hälfte davon ist kastriert. Die Zählung beruht auf Angaben der „gattare“, der sogenannten „Katzenmutterl“, die sich regelmäßig um die feline Population kümmern. Das
Gesetz Nr. 281 stellte die Tiere in Italien 1991 weitgehend unter Schutz und machte aus den “Katzenmutterln“ so etwas wie „Katzenbeauftragte“.

Katzen zu töten ist seither verboten. Die Tiere werden wenn möglich eingefangen und kastriert und in ihren angestammten Revieren wieder frei gelassen.

Die Koexistenz mit dem Menschen ist nicht unproblematisch. Kot und Urin der Tiere verunreinigen Straßen, Plätze und Parks, Krankheiten grassieren, die auch Menschen gefährlich werden können. Viele der Katzen bieten einen traurigen Anblick.

Die Situation in den Dörfern ist ebenfalls schwierig. Wer ist nicht schon erschrocken zurückgezuckt, wenn aus der halboffenen Mülltonne ein aufgescheuchter Kater springt? In den Gassen folgen den Touristen manchmal bettelnde Katzen vom Parkplatz bis vor die Haustür der Ferienwohnung. Die Tiere leben im Sommer in Saus und Braus und vermehren sich prächtig. Doch wehe, der Winter naht.

Dass die Katzen helfen, die Anzahl der Ratten und Tauben in Stadt und Land zu regulieren, ist unbestritten. Auch, dass sie trotz des Gesetzes 281 ein freies, aber ziemlich erbärmliches Leben führen.

Wenn Sie nicht anders können und im Urlaub eine Katze adoptieren, gönnen Sie ihr etwas Gutes: Eine Wurmkur. Drontal killt alle gängigen Darmparasiten für die nächsten Monate. Eine Tablette (pro 4 kg Gewicht), in eine Scheibe Parmaschinken gewickelt, reicht. Wurmbefall erkennt man u.a. am sogenannten „Nicklid“. Das zusätzliche Augenlid der Katze zieht sich nicht mehr vollständig zurück. Die Katze wird sich nach der Verabreichung der Tablette schnell sichtlich wohler fühlen. Drontal gibt es vor Ort auch ohne Rezept in der Apotjeke, teurer als online allerdings.