Freitag, 24. September 2010

Prima Klima: Hanfanbau boomt

Im günstigen Klima Liguriens wachsen und gedeihen nicht nur Rosen und Mimosen. Auch der Hanf findet hier ideale Bedingungen. Gemeint ist nicht das Vogelfutter, sondern die Variante, die unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, auch
bekannt als Marijuana. Ein paar Samenkörner, ein bisschen Erde und Wasser, mehr braucht man nicht, um den  Eigenbedarf zu decken - und darüber hinaus.
Das führt manch einen in Versuchung. Vor Kurzem haben die Carabinieri in der Zone Bastera - zwischen Caramagna und Dolcedo -  wieder eine illegale Plantage entdeckt. Der 58-Jährige "Bauer" sitzt jetzt in Imperia im Gefängnis.

Wenige Tage zuvor wurde die Polizei auf einer landwirtschaflichen Fläche bei Prelà, ebenfalls im Val Prino, fündig. Im jüngsten Fall wurden bei Costarainera 160 Pflanzen mit einem Marktwert von etwa 40.000 Euro entdeckt.

Dass sich die Fälle häufen - 20 wurden bisher 2012 in der Provinz Imperia registriert -  liegt nicht nur an der erhöhten Wachsamkeit der Ordnungskräfte, sondern auch an den schwieriger werdenden wirtschaftlichen Verhältnissen in der Region. Die Täter in Costarainera, 22, 23 und 25 Jahre alt, sind alle arbeitslos.

Es ist ja auch so einfach. Das Zeug wächst im ligurischen Klima wie Unkraut und sieht auch so aus. Es lässt sich deshalb gut auf Brachflächen und verlotterten Grundstücken verstecken. Auch zwischen Tomaten, Pepperoni und Zucchini fällt es nicht weiter auf.

Weil Cannabis bis zu drei Meter hoch werden kann und dann keck alles andere überragt, hatte vor einiger Zeit ein Schlaumeier bei Pieve di Teco die Spitzen seiner Pflanzen am Boden festgebunden. Genutzt hat es nichts. Jemand hatte seine Pflanzung entdeckt und gemeldet. Die Identität des Pflanzers blieb unbekannt. Er ließ sich nie wieder am Tatort sehen. Es dürfte sich in diesem Fall um einen Einheimischen gehandelt haben. Aber auch "stranieri" wurden schon erwischt.

Der Ferienhausbesitzer von jenseits der Alpen, der meint, in einem entlegenen Winkel seiner ligurischen Latifundien gefahrlos einem kleinen Nebenerwerb nachgehen zu können, der sei gewarnt: In Italien liegt die „geringe Menge" beim Cannabisbesitz bei etwa 5 Gramm (entscheidend dabei ist die Konzentration des Wirkstoffs THC) und dafür drohen Tausende von Euro Geldbußen, Drogentherapie, oder Entzug des Führerscheins oder Reisepasses. Jeder, der mit über 5 Gramm Marijuana erwischt wird, gilt als Dealer und riskiert zwischen sechs und 20 Jahre Haft (Quelle: hanfjournal .de).