Sonntag, 7. Februar 2010

Teatro Salvini - Kleinod im Hinterland

Mit 43 m2 Grundfläche gilt das Teatro Salvini in Pieve di Teco als das kleinste Theater der Welt. 90 Zuschauer finden im Parkett Platz, 16 weitere auf den beiden hölzernen Galerien. Mangels Platz sitzt man in den Logen auf plüschbespannten Stühlen einzeln hintereinander.


Dass es das Mikrotheater im Hinterland von Imperia überhaupt noch gibt, grenzt an ein Wunder. Entstanden war das Kleinod 1834 aus dem ehemaligen Backhaus der Gemeinde. Seine Lage an der Kreuzung wichtiger Handelswege hatte Pieve di Teco im Mittelalter reich gemacht. Mit dem Teatro Olimpico gab es zwar bereits eine Spielstätte, doch der wohlhabende Bürger Giuseppe Manfredi hatte sich nun mal in den Kopf
gesetzt,  ein eigenes Theater zu gründen. Der Bau orientierte sich mit seiner Hufeisenform am frühen 17. Jahrhundert. Über die Jahre wechselten die Besitzer, auch der Schauspieler Tommaso Salvini (1830 - 1915) war darunter, der noch heute dem Teatrino seinen Namen gibt.

In den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts begann der Niedergang des Marktplatzes Pieve di Teco, der auch vor dem kleinen Theater nicht halt machte. Jahrzehnte lang war es dem Verfall preis gegeben, bis die Provinz Imperia das Gebäude kaufte und in der Fondazione Carige einen Geldgeber für die Instandsetzung fand.

2004 konnte das Teatro schließlich wiedereröffnet werden und zeigt sich jetzt in altem Glanz. Konzerte, Rezitationen, kleine Stücke stehen im Sommer auf dem Programm.

Der Eingang befindet sich in einer engen Gasse hinter den berühmten mittelalterlichen Arkaden der Stadt. Die Fassade kann man eigentlich nur mit zurückgeworfenem Kopf betrachten. Fotos zeigen deshalb meist nur einen Ausschnitt des Gebäudes mit extrem stürzenden Linien.


Größere Kartenansicht
Pieve di Teco ist immer einen Ausflug wert. Am besten legt man den Besuch aber auf einen Sonntag, denn dann ist zwischen 15.30 und 17.30 Uhr (Juni bis September 16.30 - 18.30 Uhr) das Salvini geöffnet. Am letzten Sonntag im Monat findet zudem unter den Portici aus dem 14. Jahrhundert ein weit über die Grenzen Liguriens hinaus bekannter Antik- und Trödelmarkt statt. Ziehen Sie sich warm an, denn nirgendwo im Hinterland pfeift der Wind kälter.