Mittwoch, 19. November 2014

Bilanz nach dem großen Regen

Am Samstag (15. November) fielen in Imperia 128,6 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Schäden sind beträchtlich, doch die Provinz ist nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Die Sintflut zählt damit zu den zehn Schlimmsten, die in den 139 Jahren seit Bestehen des
Osservatorio di Imperia verzeichnet wurden. Der traurige Rekord liegt bei 215 Litern, aufgestellt 1998. Damals rissen die Fluten in San Lorenzo einen ganzen Parkplatz samt Autos ins Meer.

Wem der letzte Samstag schon besorgniserregend vorkam: Erst im Januar diesen Jahres waren an einem Tag 166 Liter Regen gefallen und die große Überschwemmung während der Vele d`Epoca 2006 schlug mit 185,5 Litern zu Buche.


Jetzt beginnen die Aufräumarbeiten. Berge von Spanischem Rohr wurden aus den Bächen und Flüssen ins Meer gespült und an den Stränden angeschwemmt. Besonders an der Mündung des Impero sieht es wüst aus. Kurz vor dem Unwetter waren die gefährdetsten Wasserläufe noch entkrautet worden, das geschnittene Rohr blieb liegen. In Imperia geschah dies mit der Absicht, das Biotop der Wasservögel zu erhalten, andernorts wohl eher aus Nachlässigkeit.

Nach jedem Unwetter lagert sich ein Gutteil des vom Impero ins Meer transportieren Unrats im Hafenbecken von Oneglia ab. Dort bot sich nach dem Katastrophen-Samstag ein geradezu apokalyptisches Bild. Die Wasseroberfläche schien, als könne man trockenen Fußes drauf wandeln. Dieses Phänomen ist das Resultat einer Fehlplanung bei der Verlängerung der Mole vor einigen Jahren. Man hatte versäumt, auch die andere Mole
einzubeziehen. Mangels finanzieller Mittel wird man wohl damit auf längere Zeit leben müssen. Es ist immer noch billiger, nach jedem Sturm den Unrat einzufangen und fortzuschaffen. Daß die Ölmesse OLIOLIVA am Samstag wetterbedingt abgesagt werden mußte, tat dem Erfolg offenbar keinen Abbruch. Am Sonntag, bei schönstem Sonnenschein, strömten noch einmal Tausende nach Oneglia, darunter viele Besucher aus dem nahen Frankreich. Und das, trotz der vielen Umleitungen auf den Straßen und Einschränkungen beim Bahnverkehr. Die Veranstalter zeigten sich zufrieden. Am frühen Sonntagvormittag war die Autobahn noch an mehreren Stellen durch Erdrutsche blockiert, Auffahrten und Abfahrten gesperrt, was zum Teil zu chaotischen Zuständen führte. Der Verkehr wurde über die SS 28 und die Via Aurelia umgeleitet. Der Heimweg über die Alpen geriet für manch einen zu einer nervenaufreibenden Odyssee. Mehr Informationen und Videos auf facebook mondoligure

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