Donnerstag, 9. September 2010

Pilze: Dem Kaiserling auf der Spur

Schön rot: Der KaiserlingViel Regen und milde Temperaturen, das hat in den letzten Tagen im Laub unter Kastanien und Steineichen die Pilze schießen lassen. Im Prinzip findet man in den hiesigen Wäldern, was man von zuhause kennt - mit Ausnahme des Kaiserlings. Dieser schon in der Antike sehr geschätzte
Speisepilz kommt nördlich der Alpen extrem selten vor und dann zumeist entlang alter Römerstraßen

Der orangegelbe Wulstling, wie  der Kaiserling auch genannt wird, ist ein Blätterpilz. Der Hut wird etwa 7-15 breit, er ist jung keulig bis eiförmig und von einem weißen Velum eingehüllt, im Alter bildet er einen orangeroten, etwas schmierigen Schirm, der am Rand gerieft ist. Vom Velum bleiben nur selten einige weiße Fetzen auf der Hutoberfläche zurück. Der zitronen- bis goldgelbe Stiel wird etwa 8-15 cm lang und 2-3 cm stark, an der Spitze verjüngt er sich etwas, an der Basis ist er dagegen knollig verdickt. Das Fleisch ist unter der Huthaut gelb, ansonsten weiß und von angenehmem Geruch und mildem, nussartigem Geschmack.

Der Kaiserling heißt in Italien, wo er relativ häufig vorkommt und sehr begehrt ist, „ovolo" und wird - man glaubt es kaum - gerne mal mit dem giftigen Fliegenpilz verwechselt.  40.000 Pilzsammler vergiften sich jedes Jahr in Italien. Also vielleicht auf Nummer „Sicher" gehen und im Pilzportal nachschauen.

Ein Kilo Kaiserlinge darf jeder „funghaiolo" nach dem Gesetz Nr. 27 von 2007 sammeln, drei Kilo Steinpilze und drei Kilo anderer Pilze. Höchstmenge drei Kilo pro Tag. Wer sich über die Beschränkungen hinwegsetzt, kann mit einer Geldbuße bis 150 Euro rechnen. Bis zu 300 Euro zahlt, wer ohne die in manchen Gemeinden nötige Genehmigung erwischt wird. Die entsprechenden Hinweisschilder gelten vielen als sichere Indikatoren dafür, dass es sich hier zu suchen lohnt.

Jetzt muss man nur noch wissen wo. Im Valle Arroscia wird man mit ziemlicher Sicherheit fündig, ebenso im Valle Argentina bei Triora. Auch links und rechts im Tal des Tanero lohnt sich die Suche.

Wem das Glück nicht hold war, kann sich zwischen dem 1. und 3. Oktober in Bardineto (Provinz Savona) beim Festival nazionale del fungo d'oro trösten.

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