Dienstag, 10. Mai 2016

Lavendel: Ein ligurisches Nischenprodukt

Hört man Lavendel, denkt man automatisch an Südfrankreich. Daß die Produktion ätherischer Öle und Essenzen auch in Ligurien einst ein Wirtschafts- faktor war, ist heute fast vergessen. Dabei war die Stadt Imperia noch in den 30er-
Jahren des letzten Jahrhunderts ein ernst zu nehmender Konkurrent des Parfüm-Zentrums im französischen Grasse und beschäftigte Hunderte von Arbeiterinnen. Mit der Entwicklung synthetischer Duftstoffe gingen die Gewinne spürbar zurück und die Produktion wurde in Ligurien infolge ganz eingestellt.

1916, mitten im Krieg also, hatte die Firma „A. Niggi & C. – Imperia“ in Col di Nava begonnen, den an den Berghängen wild wachsenden Lavanda Augustifolia zu ernten und sich dank der hohen Qualität seiner Extrakte bald einen Namen gemacht. Niggi existiert heute nur noch als Marke, die aber feiert demnächst Hundertjähriges. Am 23. und 24. Juli, zum Höhepunkt der Lavendelblüte, schmückt sich Col di Nava zum großen Fest.

Nur im Hinterland der Blumenriviera hat sich bis heute die Kunst Lavendel-Essenz zu destillieren erhalten. Ein Consorzio aus 25 kleinen Gemeinden von Airole bis Vasia pflegt die Traditionen rund um das Nischenprodukt. Und so feiern gleich mehrere Orte das wohlriechende Kraut, dem vor noch nicht allzu langer Zeit ein hartnäckiges Oma-Image anhaftete: Am 21. und 22. Mai steht es im Mittelpunkt der Expo Val Prino, am 17. Juli findet in Cosio Arroscia ein Lavanda-Fest statt, am 30. Juli in Pietrabruna und am 31. Juli in Airole.

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