Dienstag, 1. März 2016

Hilfe, die Ligurer sterben aus

MigrationDas nationale Statistikamt hat nachgerechnet: Die Ligurer sind auf dem besten Weg, auszusterben. Im letzten Jahr verzeichnete die Region mit 7,9% den höchsten Bevölkerungs- rückgang Italiens. Nur die nördlichen Provinzen Bozen und Trento legen noch zu. Schuld am Schwund ist der Geburten- rückgang, aber auch die Abwanderung. Wo aber stünde
Ligurien ohne seine Albaner? Seit der Jahrtausendwende wächst ihre Gemeinde stetig. Heute sind in Ligurien 23.511 Albaner zuhause, 3713 davon in Imperia. Mit 17% stellen sie in der Provinz den größten Ausländeranteil, gefolgt von den Ecuadorianern mit 16,3% und den Rumänen mit 13,7%.

Daß Migranten aus Ecuador so zahlreich den Weg nach Ligurien gefunden haben, liegt an den historischen Bindungen zwischen den beiden Ländern. Tausende Italiener zog es Ende des 19. / Anfang 20. Jahrhunderts von Genua aus nach Guayaquil am Pazifik. Die Beziehungen in die alte Heimat blieben eng und beeinflussten Gesellschaft und Kultur Ecuadors nachhaltig. Die Migration in die andere Richtung setzte in den 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts ein, als Ecuador eine schwere Wirtschaftskrise durchlebte.

Unter den 60.000 Südamerikanern, die heute in Genua leben, stammen rund 30.000 aus Ecuador. Inzwischen denken viele über eine Rückkehr nach. Ecuador lockt mit Vergünstigungen. Die, die bleiben, haben sich längst eingerichtet. Es gibt eigene Zeitungen und sogar einen TV-Sender. Und im Todesfall eine Überführung in die alte Heimat, denn in fremder Erde wollen die wenigsten begraben sein.

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