Sonntag, 29. März 2015

Kampfansage an den Roten Rüssler

Palmen, eine gefährdete GattungMehr als 500 Palmen sind in Sanremo bereits dem Roten Palmrüssler zum Opfer gefallen. 2000 sind in Ligurien befallen. Besorgniserregende Zahlen, aber nichts im Vergleich mit Sizilien, wo das kleine, aber tödliche Insekt 80.000 Palmen vernichtet hat.
 Angesichts der dramatischen Entwicklung beschloss die Stadtverwaltung, im April 2015 mit biologischen Mitteln den Kampf gegen den Punteruolo Rosso aufzunehmen, um wenigstens 50% des Palmenbestandes der Stadt zu retten. Fadenwürmer, Nematoden genannt, sollen die Larven des Rüsslers töten, eine Methode, die seit geraumer Zeit schon in und um Menton und entlang der Cote d`Azur in der Erprobungsphase ist.

Der Einsatz des Pilzes Beauvaria Bassiana, der den Parasiten vollständig besiegen soll, wird noch getestet. Mit Erfolgen ist erst 2017, wenn überhaupt, zu rechnen.

Vor dem Einsatz der Nematoden im April werden in Sanremo etwa 60 Palmen in Gärten und Parks und an den Promenaden gefällt, Pflanzen, die unrettbar geschädigt sind und an den schönsten Plätzen der Stadt einen traurigen Anblick bieten. Sofort anschließend wird damit begonnen, in Sanremo und Umgebung 16.000 junge Palmen aller Sorten außer der vom Roten Rüssler bevorzugten Canariensis, anzupflanzen. Die Setzlinge werden kostenlos verteilt.

Der Palmenschädling begann sein Zerstörungswerk auf dem europäischen Kontinent in den späten 1990-er Jahren in Spanien. Vermutlich stammt er aus den Monokulturen Sumatras und Borneos. Nachdem er auf der Iberischen Halbinsel 100.000 Palmen vernichtete, erreichte er schließlich 2007 die Riviera. Drei Jahre später trat er zum ersten Mal in Sanremo auf.

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