Mittwoch, 15. Mai 2013

Promenade: Von Menton nach Montecarlo

Immer am Meer entlangEin strahlender Tag, Mitte Mai. Die Eisheiligen lassen einem in Schatten frösteln. Genau die richtige Zeit also, um den fast schattenlosen Le Corbusier-Spazierweg von Menton nach Montecarlo zu begehen, immer am Meer entlang. Die Anfahrt ist denkbar einfach. Von Ligurien
kommend nimmt man die Autobahnausfahrt „Menton“, folgt den Schildern „Centre Ville“ , dann denen nach Roquebrunne / Cap Martin.

Man fährt die Strandpromenade entlang bis zum Kreisverkehr, dann taucht auch schon das Schild „Sentier Le Corbusier“ auf

Das Auto lässt man auf dem kostenfreien Parkplatz gleich beim Restaurant Vista Palace Beach, das eine sehr hübsche Terrasse hat. Gleich am Ende des Parkplatzes geht links der gut ausgebaute Weg los, vorbei an einer Bronzebüste des 1965 verstorbenen Architekten Le Corbusier, der in Roquebrunne begraben liegt.

Rechter Hand der steile Fels, linker Hand das azurblaue Meer. Die Luft ist schwer vom Duft der Macchia. Hat man einmal das Cap umrundet, liegt vor einem im weiten Bogen Montecarlo, das Manhattan am Mittelmeer.

Villa Cypris am Meer
Der Weg führt unterhalb vornehmer Villen über Stufen im Wechsel mit geraden Strecken auf und ab. Nur die Villa Cypris, die einst Kaiserin Eugenia, der Gattin von Napoleon III gehörte, liegt unterhalb der Promenade. Gittertüren mit dicken Vorhängeschlössern schützen die Parks vor ungebetenen Besuchern. Immer wieder führen zementiere Treppen hinunter zu Plattformen am Meer, auf denen sich Ausflügler sonnen. Alle paar Meter hört man ein freundliches „Bonjour“. Wenn nicht jetzt, wann dann soll man auch hier wandern? In der Hochsaison käme man um vor Hitze.

Am Rastplatz Vallon de la Dragonnière geht es rechts hinauf nach Roquebrunne, wir halten uns aber links. Kurz bevor der Weg direkt unterhalb der Bahnlinie über zwei Brücken führt, kommen wir an der Villa Irina vorbei, früher einmal im Besitz von Diktator Mobutu aus Zaire. Ein Stück weiter erreichen wird eine Bahnunterführung. Hier nimmt der Sentier Massolin seinen Anfang. Er führt nach Roquebrunne hinauf.

Zu unserer Linken, fast gänzlich versteckt hinter Grün, taucht kurz darauf die berühmte „cabanon“, das Holz-Cottage, in das sich Charles Edouard Jeanneret genannt Le Corbusier zum Arbeiten zurückzog.

Plage du Buse in Sicht
Jetzt geht es hinunter zum Kieselstrand Plage du Buse (Duschen vorhanden!). Dino De Laurentis hatte sich wirklich ein schönes Plätzchen für seine Villa „Casa del Mare“ ausgesucht! Der gigantische Ficus, der über die Mauer des Anwesens wächst, spendet willkommenen Schatten. Die Badesachen sind leider im Auto, weil jemand was von 17,5° Wassertemperatur erzählte.

Der Weg führt über den Plage du Golfe Bleu und schließlich am Montecarlo Beach Hotel über die Grenze ins Fürstentum Monaco. Die Avenue Princesse Grâce bringt den Wanderer ins Zentrum, von wo er mit dem Bus Nr. 100 für 1 Euro zurück nach Menton kommt (Haltestelle Carnolès).
Wir aber nehmen ab der Plage du Buse denselben Weg zurück.

Fazit: Bei schönem Wetter gefahrlos von jedermann zu begehender Weg (auch mit Hund), der fantastische Ausblicke bietet, verbunden mit der Möglichkeit zu baden. Höhenunterschied maximal 85 Meter. Länge: 1 Stunde 45 Minuten (6.5 km) nach Montecarlo (laut Schild am Eingang).