Mittwoch, 10. März 2010

Mimosen - ein Wirtschaftszweig

Der Frauentag am 8. März (siehe auch: Weiberregiment) und Mimosen, das gehört in Italien zusammen, wie Cappuccino und Brioche. Über 90% der gelben Frühlingsboten werden in Ligurien produziert und auf dem Blumenmarkt von San Remo verkauft . Für die Region sind
die Mimosen, die eigentlich Akazien sind, von enormer wirtschaftlicher Bedeutung. Als Mitte Februar eine Kältewelle über die Riviera di Ponente hinweg rollte und sich auf die kurz vor der Blüte stehenden Mimosen zentnerschwer der Schnee legte, drohte eine Katastrophe. Zum Glück wurde es rasch wieder milder und so blieb es bei einem Produktionsrückgang von lediglich 30%

350 Hektar sind im Hinterland von Bordighera und Seborga mit Mimosen bepflanzt - ein zauberhafter Anblick im Februar. Über 1600 Produzenten betreiben in Gesamt-Ligurien den Anbau. Zu den wichtigsten Sorten zählen die Tournaire und die Gaulois, die im Januar, beziehungsweise Februar zur Blüte gelangen. Die Floribunda blüht mehrmals zwischen Oktober und April. Von der Gaulois, die zum 8. März angeboten wird, kommen 60 bis 70 Pflanzen auf 1000 qm. Eine Pflanze bringt zwischen 12 und 13 kg Blütenwedel hervor.

Die Preise sind in diesem Jahr mangels Masse kräftig gestiegen. Bis zu 9 Euro kostet das Kilo jetzt, verglichen mit 5 bis 7 Euro im Vorjahr. Die Qualität ist trotz der widrigen Umstände, die das Wachstum der Blüten verlangsamte, optimal, heißt es.

Ihrer üppigen gelben Blütenpuschel und ihres unvergleichlichen Duftes wegen haben viele Ferienhausbesitzer in Ligurien mindestens eine Mimose in ihrem Garten - und sehen die Pracht meist gar nicht. Das weiche Gehölz ist an sich pflegeleicht und nimmt einen radikalen Rückschnitt nicht krumm, ja braucht ihn sogar, um nicht unter seinem eigenen Gewicht oder bei Sturm auseinanderzubrechen.

Allzu nah an die Terrasse sollte man die Bäume jedoch nicht pflanzen: Die verblühten Pommel finden ihren Weg in jeden noch so entlegenen Winkel in Haus und Hof und durch den ständigen Wechsel der gefiederten Blätter kommt man mit dem Kehren nicht mehr nach.