Dienstag, 14. Juni 2016

Wie man sich vor Quallen schützen kann

Die Medusen, jene unliebsamen Sommergäste an den Küsten des westlichen Mittelmeeres, sind da. Nach der Invasion der blauen, an sich harmlosen Segelquallen, wird nun vermehrt von schmerzhaften Begegnungen mit Feuerquallen berichtet, wie jüngst auch an den
Stränden von Sanremo. Pelagia noctiluca, wie die Feurer- oder Leuchtqualle wissenschaftlich heißt, ist die am Häufigsten im Mittelmeer anzutreffende Art.

ERSTE HILFE
  • Haushaltsessig und eine Pinzette in die Badetasche packen. Die betroffene Hautpartie wird nach dem schmerzhaften Quallenkontakt damit übergossen. Nach etwa 30 Sekunden sind die Nesselkapseln deaktiviert und man kann den Fangarm gefahrlos mit der Pinzette entfernen.
  • Ist kein Essig zur Hand, kann man die Stelle auch mit trockenem Sand bearbeiten, die Nesselkapseln abschaben und dann die Tentakel abheben.
  • Irene B. bleibt im Fall des Falles so lange im Wasser, bis der Schmerz vorbei ist und sorgt dafür, dass die Haut in den folgenden Tagen nicht mit chloriertem Wasser in Berührung kommt. Baden im Meer beschleunigt den Heilungsprozess und verhindert die Narbenbildung. Diese bewährte Methode wurde ihr von einem italienischen Arzt empfohlen.
  • In der Farmacia Polaramin besorgen, oder von daheim Fenistil mitbringen. Eine befreundete deutsche Apothekerin plädiert für schwerere Kortison-Geschütze
Sie kann mit ihren Nesselkapseln die menschliche Haut durchdringen. Ihren Namenszusatz noctiluca - „die Nachtleuchtende" - verdankt sie einem schwachen, nächtlichen Leuchten, das bei Erschütterung der Qualle sichtbar wird.
Das Nesselgift der Feuerqualle ruft stechende Schmerzen hervor, etwa doppelt so intensiv wie das Gift der Brennnessel und es bilden sich Bläschen, die nach 2-4 Wochen abheilen. In seltenen Fälle kommt es zu allergischen Reaktionen. Wenn nach dem Kontakt mit einer Qualle Kreislaufprobleme, Übelkeit, Erbrechen oder Entzündungen auftreten, sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Am besten ist es natürlich, im Meer die Augen aufhalten und einen weiten Bogen zu machen um alles, was einen durchscheinenden Körper mit rötlicher Zeichnung hat, 12-15 cm lang ist, bei einem Schirmdurchmesser von 5-7 cm, und maximal 1 Meter lange Fangtentakeln hat.
Aber man kann auch anders vorbeugen. In Australien, wo es tödlich giftige Medusen gibt, schützen sich Sportschwimmer und -taucher mit sogenannten Stinger Suits. Diese Ganzkörperschutzanzüge sind seit Kurzen auch in Europa erhältlich. Vielleicht nicht jedermanns Vorstellung von Badegenuss, aber irgendwie sexy.